Auch ein Riese stößt an Grenzen
Bleckede. Ein Riese ist zwar groß und stark, aber manchmal ist er doch machtlos und klein. Diese Erfahrung macht der Riese in der Geschichte ‚Großer kleiner Riese’, die der Lüneburger Manuel Virnich vom Puppentheater Mapili letzten Samstag auf Einladung des Kultur- und Heimatkreises Bleckede aufführte. Fast 140 kleine und große Besucher verfolgten im Schlosssaal die spannende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.
Ein Riese lebte hoch oben in den Bergen. Er hatte einen kleinen Freund, Mapili genannt. Der Riese konnte riesige Felsbrocken werfen und wenn er sich streckte, reichte er bis in die Wolken. Sein Freund aber hatte einen Garten, in dem er wunderschöne Blumen züchtete. Der Riese möchte auch eine Blume haben, genau wie sein Freund. Mapili schenkt ihm eine Zwiebel und erklärt dem Riesen, was alles notwendig ist für das Wachstum einer Blume. Doch der Riese stellt sich ziemlich ungeschickt und dumm an. Er drückt die Zwiebel mit Gewalt in den harten Boden und vergisst dann auch noch das Gießen. Vor allem ist er total ungeduldig.
Die Kinder, die die groben Bemühungen des Riesen verfolgen, wissen es besser und geben ihm ihre Tipps: „Du brauchst noch Wasser“ und „Du musst noch warten“, rufen sie ihm zu. Doch der Riese ist trotzig und quetscht das Wasser aus einer Wolke. Er versucht sogar die Sonne näher zu holen und verbrennt sich dabei die Finger. Die Kinder lachen über die unsinnigen Bemühungen des Riesen und sehen, dass sogar ein Riese Grenzen hat. Eifersüchtig auf die vielen schönere Blume seines Freundes, zertrampelt er sogar dessen Haus und Garten. Die Kinder sind entsetzt und raten dem Riesen: „Stell doch alles wieder auf, dann ist Mapili wieder glücklich.“ Doch so einfach ist es nicht. Die Blume muss erst einmal neu gepflanzt werden und er muss seinem Freund versprechen, dass er nie wieder Blumen zerstört. Mapili nimmt seine Entschuldigung an und zusammen gehen die beiden Felsen werfen. Dabei überrascht der schlaue Mapili seinen Freund mit seiner Erfindung, mit der er die Felsbrocken ohne großen Kraftaufwand noch viel höher schleudern kann als dieser. Klein, aber oho, dieser Mapili!
Die von Manuel Virnich selbst erdachte Geschichte wird von ihm in offener Spielweise sehr leise und anrührend umgesetzt. Immer wieder singt er zu dem Geschehen kleine Lieder: „Wachse kleine Blume du, ich lass dich jetzt in Ruh.“ Die Kinder, die die ganze Zeit aufmerksam und konzentriert zuschauen, spenden am Ende langen Applaus. -EP-Redaktion/swr-

