22.06.2010

Bildungsschatzsuche im Biosphärenreservat

Bleckede. Den Minibildschirm um den Hals gehängt, die Kopfhörer auf den Ohren - ‚Bildungsschatzsucher’ sind technisch gut ausgestattet. Vergangenen Donnerstag lud das Lüneburger Umweltbildungszentrum Schubz (Schule, Umwelt, Bildung, Zukunft) gemeinsam mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern aus vier Orten und drei Bundesländern zu geführten Gängen der besonderen Art ein. Acht Touren in Teilen des Biosphärenreservates ‚Flusslandschaft Elbe’ hatten die Kinder und Jugendlichen aus Dömitz, Lüchow, Mölln und Bleckede in der Schule entwickelt, nun stand der Praxistest bevor. In gelben Team-Westen machten sich Gruppen in Vietze, Hitzacker, Dömitz, Brahlstorf und Bleckede gemeinsam mit Gästen und MitschülerInnen auf den Weg, um mehr über Themen wie Hochwasserschutz, bedrohte Tierarten, lokale Besonderheiten oder Pflanzenwelt zu erfahren.

So richtig nötig waren die menschlichen Begleiter zur Führung eigentlich nicht mehr, übernahm doch die den Gästen geliehene Technik, das ‚Cruso’ genannte Gerät mit den Kopfhörern, die meisten Aufgaben.

In Bleckede erklärten Mitglieder der Navi-Natur-Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums Bleckede ihren Mitschülern aus dem achten Jahrgang, wie es geht:

„Da siehst du die Karte und wo wir gerade stehen, die kannst du mit dem Finger auf dem Bildschirm weiter schieben. Wenn du an einem Punkt entlanggehst, zu dem wir dem Cruso Informationen gegeben haben, piept er kurz. Dann kannst du die Hörer aufsetzen und auf dem Bildschirm die Präsentation verfolgen.“ Historische Informationen zum Elbschloss, beim Blick auf die Elbe ein kurzes Hörspiel zum Thema ‚Leben unter dem Eis’ und später asiatisch anmutende Xylofonmusik als Hintergrund für die handgeschriebenen Informationen zur Wollhandkrabbe, die als Einwanderer aus China die heimisch Tierwelt bedrängt - vielfältig und multimedial sind die Hintergründe zur durchschrittenen Landschaft von den Jungen und Mädchen der Arbeitsgemeinschaft aufbereitet worden. Interdisziplinär soll es zugehen, das ist eines der dezidierten Ziele dieses von der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt geförderten zweijährigen Projektes ‚Navi-Natur’ des Schulbiologiezentrums.

„Hier gehen wir viel raus in die Natur und außerdem hat das auch viel mit Technik zu tun“, freuen sich die Bleckeder Schüler. Im Gegensatz zu anderen beteiligten Schulen ist das Projekt hier freiwillig und noch nicht im sonstigen Schulalltag und den unterschiedlichen Fächern angekommen. Für die Abiturienten mit Leistungskurs Erdkunde aus Mölln, die eine Tour für Radfahrer mit besonders interessanten Punkten (Points of Interest = POI) zur Pflanzenwelt am Heisterbusch erarbeitet haben, ging die Benotung des Projektes sogar ins Zeugnis ein. Erstbenutzer im Praxistest ihrer Führung waren am letzten Donnerstag Schüler und Schülerinnen der Bleckeder Kurt-Löwenstein-Schule. Ob die Programme in Zukunft auch der weiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, ist noch offen. Das Potential dazu haben sie allemal. Gute Noten mindestens in Biologie und Informatik scheinen für die Bleckeder Fünft- und Sechstklässler der Arbeitsgemeinschaft ‚Navi-Natur’ gesichert. Unter der Webseite Navi-Natur können die erarbeiteten POIs bewertet werden, den Schülern winkt ein Preis. Weniger gute Zeugnisse vergab die Bleckeder Gruppe einigen der geführten Achtklässler. „Die haben kaum zugehört, Müll weggeworfen, Pflanzen ausgerissen und sind nicht auf den Wegen geblieben“, beschwerten sich einige. Hier waren die Jüngeren den Älteren meilenweit voraus. –EP-Redaktion/lh-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue