Bleckeder Häuserstreit geht in die nächste Runde
Lüneburg. Ende März 2010 startete in Saal 110 des Lüneburger Landgerichts ein turbulenter Prozess. Gestritten wurde vor der 6. Zivilkammer um ein Fachwerkhaus in Bleckede, und die damit verbundene Frage, ob es teilbar ist oder nicht (EP berichtete). Die Prozessgegner Richard W. und Holger B. ließen sich auf heftige Wortgefechte ein. Streitig unter anderem ist der Inhalt eines Gespräches beim gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant der Elbestadt, in dem die ‚Nichtteilbarkeit’ des Gebäudes ausdrücklich angesprochen worden sein soll. Somit seien vor der Unterzeichnung der Verträge (zum Kauf des ‚halben’ Hauses, die Red.) alle Seiten informiert gewesen. W. bestritt vehement, Kenntnis von einer Unteilbarkeit gehabt zu haben. Die Rechtsanwälte der beiden Kontrahenten kamen eher selten zu Wort, Kläger und Beklagter hatten die Regie übernommen. Das führte soweit, dass B. mit den Worten “ich muss hier raus, sonst wird mir schlecht” den Saal für mehrere Minuten verließ.
Eine von Richter Dr. Christian Gude vorgeschlagene gütliche Einigung schlossen am Ende die Streitparteien aber doch nicht aus. Die Zivilkammer beauftragte das Bauamt des Landkreises Lüneburg, den Gebäudekomplex zu untersuchen. Das ist inzwischen geschehen mit dem Ergebnis, dass eine Teilung des Gebäudes nicht möglich sei. Eine Einigung zwischen den Parteien kam dennoch nicht zustande. Die Hauptverhandlung muss fortgesetzt werden. Am Mittwoch, den 21. April 2010 um 9.00 Uhr erfolgt in Saal 110 die Fortsetzung des Gebäudestreites. Mit Spannung wird erwartet, was sich die Beteiligten bis dahin haben einfallen lassen. -EP-Redaktion/br

