01.07.2010

Christian Wulff, ein Niedersachse wird Bundespräsident

Berlin. In Berlin trat gestern die Bundesversammlung zur Wahl eines neuen Bundespräsidenten zusammen. Das Gremium setzte sich aus den 622 Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Zahl von Personen zusammen, die von den Landtagen gewählt wurden. Zur Wahl traten vier Kandidaten an. Neben dem von Union und FDP benannten niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten Christian Wulff kandidierte der von SPD und Grünen vorgeschlagene frühere DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck. Die Linke schickte ihre Bundestagsabgeordnete Jochimsen ins Rennen. Die rechtsextreme NPD hatte den Liedermacher Rennicke aufgestellt. Union und FDP verfügen in der Bundesversammlung zusammen über 644 Wahlmänner und -frauen. Das sind 21 mehr als bei der absoluten Mehrheit notwendig. Überraschend für alle war nicht nur der erste Wahlgang, da Wulff nur 600 Stimmen erzielte, Gauck erhielt 499, Jochimsen 126 und Rennicke 3 Stimmen. Auch im zweiten Wahlgang erreichte Wulff nicht die absolute Mehrheit. Von 1.238 gültig abgegebenen Stimmen fielen 615 Stimmen auf Wulff. Gauck erhielt 490, Jochimsen 123 und Rennicke 3 Stimmen. 1 Stimme war ungültig und 7 enthielten sich. Im dritten und letzten Wahlgang reichte die einfache Mehrheit bei der Abstimmung. Zum dritten Wahlgang zogen die Linken und die NPD ihre Kandidaten zurück. Mit 625 Stimmen wurde Christian Wulff in diesem Wahlgang gewählt. Joachim Gauck erhielt 494 Stimmen. 121 Stimmen enthielten sich, 2 Stimmen waren ungültig. 

Christian Wulff nahm die Wahl an und wird entsprechend am Freitag den Eid zum Bundespräsidenten leisten. Damit ging einer der längsten Wahlgänge zum Amt des Bundespräsidenten in der Geschichte der Bundesrepublik zu Ende.

-EP-Redaktion/wh-

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