Ein Mann für Rosi’ und Nahrendorfer Tanzspatzen begeisterten Besucher
Dahlenburg. Die Nahrendorfer Tanzspatzen konnten sich am Donnerstagabend nur mit großer Mühe den Weg durch die Zuschauerreihen im Dahlenburger Gasthaus Adam bahnen. Bis auf den letzten Platz war der Saal gefüllt und es mussten ständig Stühle nachgebracht werden. Für das volle Haus sorgte die Theatergruppe ‚Gerdas Allerlei‘ zusammen mit den ‚Nahrendorfer Tanzspatzen’. Die junge tanzbegeisterte Gruppe eröffnete unter der Leitung von Heike Möller die Veranstaltung mit flotten Volkstänzen aus Israel, Italien und Deutschland. Man merkte es den Akteuren an, dass sie für ihren zwanzigminütiger Auftritt zu Beginn der Veranstaltung Fitness und Kondition benötigten. Mit Bravur wurde die italienische Tarantella ebenso gekonnt präsentiert wie die deutschen Volkstänze, die den ersten Auftritt der Nahrendorfer Tanzspatzen an diesem Abend unter viel Applaus beendeten. Gerda Schanzenbach, Chefin der Theatergruppe ‚Gerdas Allerlei‘, leitete auf den Einakter ‚Ein Mann für Rosi‘ über.
Bäuerin sucht Mann
Die Kulisse und das Thema haben sicher den einen oder anderen Fan an die Fernsehsendung ‚Bauer sucht Frau‘ erinnert. Nur dass in diesem Fall die Bäuerin Rosi von ihrer flotten Schwester Anni ermuntert werden muss, sich endlich einen Mann auf den Hof zu holen. Obwohl – eigentlich gibt es dort einen, den etwas trotteligen Hubert, aber wie das immer so ist, keiner kommt darauf, dass das Gute so nahe liegt. Traudel, die resolute Nachbarin und Freundin von Rosi, macht dem amüsierten Publikum klar, wer in ihrer Ehe die ‚Hosen‘ anhat. Ihr Mann Anton, obwohl gehorsam und ergeben, kann seiner Frau nichts recht machen und scheint sich in sein Schicksal zu fügen. Und dann ist da noch das geschwätzige und tratschende ‚Schandmaul‘ Hermine Engel, welch passender Nachname für diese Rolle, sorgt sie doch mit ihrer Neugier und Geschwätzigkeit für Verwirrung und Verärgerung bei Bäuerin Rosi und Nachbarin Traudel.
Durch ihre Schwester Anni wird nun Rosi ermuntert, sich aufzustylen und Knecht Hubert den Hof zu machen. Hubert seinerseits hat inzwischen auch Gefallen an Rosi gefunden und sich in ‚Schale‘ geworfen, um bei ihr Eindruck zu machen. Da aber inzwischen ruchbar wird, dass Hubert in der ‚Orient-Bar‘ verkehren soll, will Rosi von ‚Wüstling’ Hubert nichts mehr wissen. Gerade noch können diese durch Tratsch und Klatsch ausgelösten Irritationen aufgeklärt werden. Natürlich ist der tugendsame Hubert nie in der ‚Orient-Bar‘ gewesen, sondern hat brav in seiner Kammer auf Rosis Heimkehr von ihrer Shoppingtour mit Schwester Anni gewartet. Und so ‚kriegen sie sich’ am Ende doch noch und die Suche nach dem Mann für Rosi hat ein Happy End - ganz ohne TV-Unterstützung nach dem Muster ‚Bäuerin sucht Mann‘. Und auch Nachbar Anton hat seinen gesamten Mut zusammen genommen und sich endlich einmal vor seiner Frau ‚gerade‘ gemacht, mit Erfolg, jetzt kuscht Traudel. Aber ist Antons Erfolgserlebnis tatsächlich auf das wirkliche Leben übertragbar? Die Antwort möge jeder für sich selbst herausfinden.
Ein sehr gut aufgelegtes Team, von Gerda Schanzenbach wunderbar in Szene gesetzt, hat an diesem Abend die Zuschauer, die mit Szenenapplaus und lang anhaltenden Beifall dankten, begeistert. Bemerkenswert für die schauspielerische Leistung der Darstellerinnen und Darsteller sei, so sagte Gerda Schanzebach in ihrem Schlusswort, „dass wir unsere Souffleuse Ilse Stüber nicht haben bemühen müssen.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Die Darstellerinnen und Darsteller:
Bäuerin Rosi Imke Burmester, Masbrok
Schwester Anni Fabiola Mertens, Dahlenburg,
Knecht Hubert Eckhardt Fröhling, Kovahl
Nachbarin Traudel Heike Harms, Adendorf
Ehemann Anton Dirk Ludolff, Masbrok,
Hermine Engel Uschi Voss, Himbergen
Souffleuse Ilse Stüber, Niendorf I
Leitung und Regie Gerda Schanzenbach, Boitze
Country-Time
Nach dem gelungenen Theaterstück traten die Nahrendorfer Tanzspatzen zu einem zweiten Highlight des Abends im schwarzen Westernoutfit auf. Gekonnt und nach Klassikern der Countrymusic präsentierten sie in eindrucksvoller Weise ihr Repertoire an Western- und Squaredance-Variationen. Als die Westernhüte der Tänzerinnen und Tänzer in die Luft flogen, flogen ihnen die Herzen der Zuschauer zu. Mit Begeisterung forderte der immer noch voll besetzte Saal Zugabe, die auch gern von den Tanzspatzen gegeben wurde. Eine beeindruckende Darbietung der jungen Gruppe aus Nahrendorf unter der Leitung von Heike Möller.
Da für die Veranstaltung kein Eintritt verlangt wurde, haben die Zuschauer ihren Dank für den unterhaltsamer und kurzweiligen Abend im Rahmen der Dahlenburger Kulturwoche durch Spenden am Saalausgang zum Ausdruck gebracht, verbunden mit dem Wunsch auf ein Wiedersehen. Markus Dauber (Touristiker in der SG Dahlenburg) sagte sowohl der Theatergruppe als auch den Tanzspatzen zu: „Wiedersehen erwünscht, Teilnahme für nächsten Jahr fest eingeplant!“. -EP-Redaktion/jw –

