10.06.2010

Grünes Licht für Friedwald

Windenergie spielt eine bedeutende Rolle in Samtgemeinde Barendorf, hier ein Windpark in der Gemeinde Vastorf/Volksdorf.

Windenergie spielt eine bedeutende Rolle in Samtgemeinde Barendorf, hier ein Windpark in der Gemeinde Vastorf/Volksdorf.

Vastorf. In der Samtgemeinderatssitzung im März wurde das Thema wegen des Beratungsbedarfs der Fraktionen verschoben. Doch in der jüngsten Sitzung am Dienstag gab der Rat der Ostheide unter dem Vorsitz von Heinz Hagemann (SPD) grünes Licht für die Ausweisung einer Fläche zur Einrichtung eines Friedwaldes in der Samtgemeinde Ostheide (die EP berichtete). Seit mehr als einem Jahr liefen bereits die Gespräche mit dem niedersächsischen Landesforstamt, das mit dem Wunsch auf Einrichtung eines Friedwaldes auf die Gemeinde zugekommen war, erklärte Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer.

Die Samtgemeinde, die eine solche Fläche in ihrem Nutzungsplan ausweisen und genehmigen lassen muss, brauchte Zeit, um alle damit verbundenen, auch rechtlichen Fragen zu klären. Jetzt haben sich die Ausschüsse der Fraktionen umfassend beraten lassen, besichtigten unter anderem den ersten Friedwald in der Region in Bispingen, Lüneburger Heide. Die in Frage kommende Fläche, ein schöner alter Buchenwald, befindet sich an der Kreisstraße Richtung Scharnebeck, gleich hinter der Kirche und gehört zum niedersächsischen Forstamt Sellhorn.

„Diese Fläche eignet sich hervorragend für diesen Zweck“, auch Bernd Hein (SPD) sah ausschließlich Vorteile eines Friedwaldes in der Gemeinde: Es entstehe ein Arbeitsplatz und auch die örtliche Gastronomie könne davon profitieren. Der Standort sei günstig wegen der Nähe zur Kirche, falls eine kirchliche Trauerfeier gewünscht werde. Zu guter Letzt: „Der Gemeinde entstehen keine Kosten durch die Errichtung des Friedwaldes“. Auch Gruppensprecherin Brigitte Merz (SPD/Grüne) sah nur Vorteile. Die Gräberpflege entfalle, alles sei natürlich geregelt und das größtes Plus: „Die Bäume in einem Friedwald werden niemals gefällt“. Meinhard Perschel (CDU) sieht in dem Friedwaldkonzept einen Bruch mit der hergebrachten Friedhofskultur, musste aber einräumen, dass der Wandel nun einmal stattgefunden habe, das sei auch an den anonymen Urnengräbern erkennbar. Er befürchte leichte Umsatzeinbußen bei den Friedhofsgärtnern und Steinmetzen, aber noch seien es nur drei bis fünf Prozent der Bürger, die sich für diese Bestattungsform entscheiden würden. Mit zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde beschlossen, die Fläche an der Kreisstraße als Friedwald auszuweisen.

 

Windenergieanlagen   

Auch das Thema „Berichtigung der Vorrangfläche für Windenergieanlagen in der Gemarkung Barendorf/Vastorf“ war beim letzten Mal vertagt worden. Jetzt kam der Punkt wieder auf die Tagesordnung. Die Samtgemeinde hat in der 15. Änderung des Flächennutzungsplanes 1998 Vorrangflächen für Windenergieanlagen ausgewiesen, inzwischen gibt es in der Samtgemeinde 11 Windenergieanlagen und, bereits seit 1997, eine private auf dem Betriebsgelände der Firma Manzke. Die Fläche auf dem Gelände der Firma Manzke sollte 1998 ebenfalls in der 15. Änderung des Flächennutzungsplanes ausgewiesen werden, dies geschah aber nur in Textform und nicht zeichnerisch. Wie dieser Fehler zustande kam, sei nicht mehr nachzuvollziehen, erklärte Samtgemeindebürgermeister Meyer. Inzwischen seien alle Voraussetzungen dafür geschaffen worden, die Fläche wieder aufzunehmen, durch eine Korrektur nachzuarbeiten. Der Samtgemeinde soll mit diesem Schritt die Möglichkeit gegeben werden, Einfluss nehmen zu können, wenn die Firma Manzke irgendwann einmal ihre bestehende Anlage „repowered“, das heißt, durch eine modernere ersetzt. In der Beschlussfassung zur Korrektur der 15. Änderung wird festgehalten, dass eine künftige, vermutlich höhere Windenergieanlage mit einer automatischen Abschaltautomatik versehen werden müsse, um die Anlieger der Gemeinde Vastorf nicht zu beeinträchtigen. Außerdem sollen nicht mehr als drei Anlagen auf der fraglichen Fläche möglich sein, davon nur eine hohe. Die Abstimmung war einstimmig. Über die anderen Tagesordnungspunkte der SG-Ratssitzung berichtet die EP in ihrer nächsten Ausgabe. –EP-Redaktion/swr-

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