Kontroverse Diskussionen über Stellplätze für Wohnmobile
Karze. Kontroverse Diskussionen löste, wie zu erwarten, das Thema „Wohmobilstellplätze“ in der letzten Ratssitzung, Vorsitz Els-Jutta Fischer (CDU), aus. Der Wohnmobiltourismus hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, auch in der Stadt Bleckede. Daher wurde bei der Stadt schon vor geraumer Zeit über die Einrichtung weiterer Stellplätze nachgedacht. Nachdem noch in den letzten Jahren die Einrichtung von Stellplätzen im Bleckeder Sportboothafen angedacht war, favorisiert der Verwaltungsausschuss seit einiger Zeit die Errichtung eines Stellplatzes auf der „Kleinen Marsch“. Die Fläche, die die Stadt schon seit langem von der Realgemeinde gepachtet hat, dient zurzeit als Bedarfsparkplatz bei größeren Veranstaltungen auf dem Schützenplatz. Für die Anlegung eines Wohnmobilstellplatzes ist bereits eine Änderung des betreffenden Bebauungsplanes Nr. 21 auf dem Weg (der Plan liegt noch bis 25.06.2010 im Rathaus aus). Die reinen Baukosten für das Projekt belaufen sich auf 60.000 Euro, die zum überwiegenden Teil aus dem Konjunkturpaket II finanziert sind. Über den Ankauf des Grundstückes muss die Stadt noch mit der Realgemeinde verhandeln. Zu dem Tagesordnungspunkt lag ein Antrag der UWB-Fraktion vor. Darin wird ein Grundsatzbeschluss des Rates über das Vorhaben gefordert. Die UWB-Fraktion selbst lehnt die Einrichtung des Wohnmobilstellplatzes in der „Kleinen Marsch“ ab, da sich dieser zu nahe an der vorhandenen Bebauung - Wohnhäuser und Hotels - befinde und die Kosten für den Erwerb und die Erschließung des Grundstückes die bereitsgestellten Mittel in Höhe von 60.000 Euro überschreiten würden, vermuten die Antragsteller. Die UWB-Fraktion fragte außerdem nach, wie der Stand der Verhandlungen mit der Realgemeinde sei und wer den Stellplatz bewirtschaften werde. Bei den Verhandlungen sei man auf einem guten Weg, sagte sagte Bürgermeister Böther, aber noch sei nichts entschieden, vermutlich laufe es auf die Miete des Grundstückes hinaus. Die Wohnmobil-Stellplätze sollen von dem ADAC bewirtschaftet werden, der bereits den Campingplatz in Alt Garge betreibe, antwortete Böther weiter, und entgegen anders lautender Gerüchte solle die Anmeldung auch bei der Stadt erfolgen können, ohne den Umweg nach Alt Garge machen zu müssen. Der Standort sei völlig ungeeignet, befand Dagmar Laubsch (UWB). Bei möglicherweise bis zu 18 Wohnmobilen seien erhebliche Beeinträchtigungen der Anwohner durch Lärm (Radiomusik), Essensgerüche (Grill etc.), aber auch durch den unschönen Anblick zu erwarten. „Hier ist Ärger vorgrogrammiert“, so Laubsch. Außerdem frage sie sich, ob der Platz - ohne den Blick auf die Elbe - überhaupt angenommen werde. In dieselbe Richtung ging auch Uwe Ahrens (WB) mit seinem Einwand: „Die Leute wollen ans Wasser und nicht gegen den Deich schauen. Daher sagen wir Nein.“ Auch Ulf Meyer (WB) befand den Platz als „unpassend“. Er kritisierte auch die Finanzierung des Vorhabens, zumal andererseits die dringende Sanierung der Wirtschaftswege wieder einmal hintenan gestellt wurde.
Ganz andere Töne bei den Befürwortern des Standortes: Volker Fritz-Heinig (CDU) begrüßte das Vorhaben, es passe genau zu der QIN-Initiative der Stadt. „Das ist ein positives Signal für den Tourismus, wir müssen einen Platz vorhalten“, sagte Holger Grinda (FDP). „Wir sind damit einverstanden“, meinte Manfred Fischer für die SPD/Bündnis 90/Die Grünen, „vorausgesetzt die Bebauungsplanänderung kommt durch“. Fischer beantragte eine entsprechende Ergänzung der Beschlussvorlage. „Wir werden ja hören, was es für Einwendungen gibt“, so Fischer. Die Zusammenarbeit mit dem ADAC wertete Fischer als positives Signal, andererseits befürchte er Parkplatzprobleme für die Schützengilde. Aufgrund des Antrags von Manfred Fischer (SPD) wurde die Beschlussvorlage wie folgt geändert: Der Rat der Stadt Bleckede beschließt auf der kleinen Marsch einen Wohnmobilstellplatz anzulegen, nachdem die Satzungsänderung des Bebauungsplanes 21 erfolgt ist. Der Antrag wurde mit den sechs Gegenstimmen der Fraktionen Unabhängige Wähler Bleckede (UWB) und der Wählergemeinschaft Bleckede (WB) beschlossen. Über weitere Themen der Ratssitzung berichtet die EP in ihrer nächsten Ausgabe. –EP-Redaktion/swr-

