Nach(t)klänge luden ein zur musikalischen Reise durch Europa
Bleckede. Seit drei Jahren gibt es die musikalische Reihe Nach(t)klänge in der St. Jacobi-Kirche, initiiert von Kantor Jan Peter Heine. In diesem Jahr standen drei unterschiedliche Konzerte innerhalb einer Woche auf dem Plan und die Spenden der Besucher sollen ausschließlich in die anstehende Renovierung der Orgel fließen. Auch wenn sich die Orgel für das Ohr eines Laien vielleicht noch tadellos anhören mag. „Die Orgel ist definitiv überholungsbedürftig“, so Kantor Jan Peter Heine. „Die Pfeifen sind ziemlich verstaubt und das führt manchmal zu störenden Anblasgeräuschen. Auch müssen alle Pfeifen neu intoniert werden. Die letzte große Renovierung ist nun immerhin vierzig Jahre her“, so der Kantor und ergänzt: „Wir sollten doch auch zum Arzt gehen, bevor es zu spät ist.“ Die Renovierung der Orgel werde nach Schätzungen der Orgelvertragsfirma voraussichtlich 60.000 Euro kosten, erklärte Heine. Die Bürgerstiftung Bleckede mache sich auch gerade stark für das Vorhaben: Am 14. August, 15 Uhr, veranstaltet diese zusammen mit dem Kultur- und Heimatkreis Bleckede ein sommerliches Orgel-Konzert mit anschließendem Kaffeetrinken.
Nach dem sehr gut besuchten gemeinsamen Auftakt der Nach(t)klänge am Dienstagabend mit Florian Fiechtner am Keyboard gab Kantor Heine am Donnerstagabend ein Solokonzert an der Orgel. In der weit vorangeschrittenen Dämmerung nahm der engagierte Organist die rund zwei Dutzend Besucher, die bereits geraume Zeit vor Konzertbeginn in der nur von Kerzen erhellten Kirche Platz genommen hatten, mit auf eine musikalische Urlaubsreise. Sie führte durch verschiedene Länder Europas und machte zum Schluss noch einen Abstecher nach Südafrika, „denn da schaut ja zurzeit die ganze Welt hin“, so Heine. So unterschiedlich die Länder und ihre Kultur sind, so vielfältig klingt auch ihre Musik. Die Reise begann in Deutschland, genauer in Weimar, mit Musik von Johann Gottfried Walther, dem wunderbaren Choral „o Gott, du frommer Gott“. Aus Portugal erklang eine Fantasie von Heliadorus de Paiva. Jeder der drei Sätze hatte eine andere liebliche Stimmung, die Ruhe ausstrahlte und zum Meditieren einlud. Kontrastreich setzte Heine dem ein strahlendes Stück des Franzosen Francois Couperin entgegen, das eigentlich für Trompeten komponiert wurde. Die nächste Station war Schweden, aus dem ein herrliches musikalisches Stimmungsbild von Emil Sjögren erklang. Conni Müller las vor dem Ziel der Reise zwei nachdenkliche Texte vor, die vom Wünschen und von der Zufriedenheit handelten. Dass eine Barockorgel sich sogar mit traditioneller Musik aus Afrika vertragen kann, zeigte dann das letzte Stück „Sanna, sannina“, eine einfache Melodie, die in vielen Variationen immer lauter angestimmt wird. Wunderbar, diese unerwartet schönen Nach(t)klänge, und unbedingt erhaltenswert für die Zukunft! Das letzte Konzert der Reihe am Freitagabend gestaltete Jan Peter Heine zusammen mit den Saxophonisten Peter Gelhard und Franziskus Geeb. –EP-Redaktion/swr-

