02.03.2010

Neugier lohnt sich

Daniela Pietsch, Vanessa Rumpf und Gesa Pelloth vom Johanneum Lüneburg mit ihrem Versuchsaufbau

Daniela Pietsch, Vanessa Rumpf und Gesa Pelloth vom Johanneum Lüneburg mit ihrem Versuchsaufbau

Lüneburg. Gespannt sitzen 113 Schülerinnen und Schüler im Hörsaal 1 der Leuphana Universität in Lüneburg, jeder von ihnen hat viel geleistet und ein Projekt ausgearbeitet, an dem sie Monate - zum Teil sogar Jahre gesessen haben. Am Freitag, dem 12., und Samstag, dem 13. Februar, war der 26. Regionalwettbewerb von Jugend forscht und Schüler experimentieren.
Dieses Jahr gab es 56 Projekte aus den Themengebieten Chemie, Technik, Biologie, Arbeitswelt, Mathematik, Physik und Geo- und Raumwissenschaften zu bestaunen,  29 davon von Schülern im Alter von 8 - 14 Jahren. Ihre Arbeiten werden getrennt von den „großen“ Jungforschern, die zwischen 15 - 20 Jahre alt sind, gewertet.
Mit seiner Idee aus dem Bereich der Arbeitswelt begeisterte der 18-jährige Pascal Stauss. Ihn nervte die hohe Verschleißanfälligkeit von herkömmlichen Tastaturen und deshalb begann er, ein eigenes Modell zu entwickeln, das er Light Type nennt. Das ist Englisch und bedeutet sowohl schnelles Tippen als auch Licht-Tippen und das soll man mit seiner Tastatur auch können, denn sie arbeitet mit Lichtsensoren, die jeden Druck registrieren. Seine Idee hat er sogar patentieren lassen und sie soll vor allem Einsatz in der Industrie oder in Krankenhäusern finden. Doch er begeisterte nicht nur die Besucher mit seiner Idee, auch die 31 Juroren, die dem Schüler des Athennaeum aus Stade einen wohlverdienten 1. Platz und ein Jahresabo der Zeitschrift Natur und Kosmos verliehen.
Eine Projekt aus dem Bereich Schüler experimentieren in der Biologie stellten Daniela Pietsch, Vanessa Rumpf und Gesa Pelloth vor. Die drei Mädchen vom Johanneum Lüneburg hatten sich die Frage gestellt, ob Schnecken farbenblind sind, und versucht, dies mit Hilfe eines bunt beklebten Schuhkartons herauszufinden. An jede der vier Wände hatten sie eine anders farbige Pappe geklebt und die Schnecken einzeln in die Mitte der Schachtel gesetzt. Dann warteten sie, bis die Schnecke auf eine der vier Seiten kroch.
Zu ihrer Überraschung war jedoch nicht grün, die häufigste in der Natur vorkommende Farbe, am meisten besucht, sondern rot die am häufigsten besuchte Seite. Die Lüneburgerinnen erkannten schließlich, dass ihr Versuchsaufbau die Frage, ob Schnecken Farben erkennen können, nicht klärt, wollen ihn aber verbessern und im nächsten Jahr noch einmal teilnehmen. Für sie gab es leider keine Platzierung.
Das Gymnasium Hittfeld war mit eine der am wenigsten vertretenden Schulen und dennoch erreichte die 19-jährige Mareike Helms mit ihrem Projekt „Aspekte des Klimawandels in Seevetal - örtliche Hitze oder nur globale Erwärmung“ eine hervorragende 1. Platzierung. Sie hat die alten Wetterdaten ihres Großvaters analysiert und kam zu dem Ergebnis, dass sich die Luft um Seevetal seit 1958 um 2 Grad Celsius erwärmt hat, doch die Erwärmung gehe nicht allein auf den CO2-Ausstoß zurück, behauptet sie, auch hätten die Lagefaktoren keinen Einfluss, viel mehr erwärmte sich die Luft nach und während des Baus der Neubaugebiete, so dass es seit 1990 zu einem Anstieg der Temperatur in Seevetal komme.
Nach der Siegerehrung der Forscher wurden die Lehrer auf die Bühne gerufen und Michael Rode, Physiklehrer, empfang den mit 1.000 Euro dotierten CTS-Schulpreis für das Johanneum. Dann sprach er im Namen all seiner Kollegen, die Projekte betreuten, einige Dankesworte aus.
Anschließend meldete sich der Landeswettbewerbsleiter Thomas Biedermann zu Wort. Er sprach darüber, dass die USA auf Grund der Wirtschaftskrise bis 2020 die All-Missionen gestrichen habe. Doch betonte er, dass nicht nur in der Weite der Galaxie Neues entdeckt würde, auch die kleinsten Teile seien noch unbekanntes Terrain und sollten erforscht werden. Damit spielte er auf das diesjährige Motto „Entdecke neue Welten“ an. Abschließend gratuliert er allen Teilnehmern zum Erfolg und meinte, er freue sich, die 1. Platzierten zum Landeswettbewerb in Clausthal-Zellerfeld wieder zu sehen. –EP-Jugendredaktion/lisa-marie-

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