02.03.2010

Peinliches Hickhack um die Kinderkrippe

Dahlenburg. Ja, sind wir denn im Kindergarten? Inzwischen schon, denn die rund 25 Kleinen, die einmal für die einzurichtende Krippe in Dahlenburg verbindlich angemeldet waren, dürften mittlerweile tatsächlich alle im Kindergartenalter sein. Das Grundstück für die Krippe im Dorn wurde bereits erworben (EP berichtete), doch als hätte man etwas geahnt, wurde eine ‚Nummer kleiner’, nämlich nur für 15 Plätze geplant, und in den Haushalt 2009 Mittel für den Bau eingestellt, der nicht mehr als 450.000 Euro kosten soll. Ein Teil der Baukosten wird bezuschusst, entsprechende Anträge sollen von der Samtgemeinde gestellt worden sein. 2007 hatten sich Bund und Länder auf den massiven Ausbau von Krippenplätzen bis 2013 geeinigt und versprachen eine Förderung von rund einem Drittel der Kosten. Ab 2013 wird es nämlich einen Rechtsanspruch auf Krippenplätze geben. Ach ja, 2007, da sollte Dahlenburg ja auch eine „familienfreundliche“ Gemeinde werden.

Nun hat Dahlenburgs Samtgemeindebürgermeister Joachim Dassinger wieder einen Grund gefunden, den Bau der Kinderkrippe zu stoppen. Dieses Mal sollen es Andeutungen aus der Gemeinde Nahrendorf sein, sich aus dem Projekt Kinderkrippe zurückziehen zu wollen. In einem solchen Fall würden die Kosten auf die restlichen Gemeinden umgelegt und für diese entsprechend höher. Nahrendorf hatte, wie alle Mitgliedsgemeinden außer Tosterglope, die ‚Aufgabe Kinderkrippe’ per Ratsbeschluss an die Samtgemeinde Dahlenburg übertragen und die hatte das Anfang 2008 per Ratsbeschluss auch übernommen. Nun gibt es natürlich erheblich Zweifel daran, dass sich eine Gemeinde ‚einfach so’ aus der Verantwortung verabschieden kann und dass eine derartige ‚Befindlichkeitsäußerung’ eine vernünftige Basis sein kann, eine so weitreichende Entscheidung zu treffen, wie einen Baustopp zu verfügen. Die Elbmarsch-Post fragte beim Samtgemeindebürgermeister Joachim Dassinger an, erhielt aber bis zum Redaktionsschluss weder eine Reaktion noch eine Antwort. - Soll da vielleicht eine mittlerweile ‚privatpersönlich’ gewordene Fehde politisch und auf Kosten der Kleinsten und ihrer Eltern ausgetragen werden? –EP-Redaktion/sn-

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