29.03.2010

Zukunftsmusik für Seepferdchen beim Aquatraining

Rund 185 Mitglieder werden durch den neuen Vorstand des Reit- und Fahrvereins Elbtalaue-Bleckede vertreten, gut 10 Prozent kamen trotz des Unwetters zur Jahreshauptversammlung (v.l.n.r.): Eva Grenz, Julia Busse, Andres Hasse, Hartmut Müller, Martina Rückmann, Peter Rabeler, Ex-Kassenwartin Andrea Kowalewski mit Blümchen, Kerstin Krüger und Julia Pohlmann.

Rund 185 Mitglieder werden durch den neuen Vorstand des Reit- und Fahrvereins Elbtalaue-Bleckede vertreten, gut 10 Prozent kamen trotz des Unwetters zur Jahreshauptversammlung (v.l.n.r.): Eva Grenz, Julia Busse, Andres Hasse, Hartmut Müller, Martina Rückmann, Peter Rabeler, Ex-Kassenwartin Andrea Kowalewski mit Blümchen, Kerstin Krüger und Julia Pohlmann.

Bleckede. Potzblitz - eher zögerlich trudelten die Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Elbtalaue-Bleckede am Freitagabend zur Jahreshauptversammlung ins Hotel ‚Bleckeder Löwe’ ein. Das mag an der Tagesordnung liegen, auf der Wahlen ‚angedroht’ waren, frotzelten die einen. Da fürchtet mancher, einen Job verpasst zu bekommen. Oder der Vorstand macht seine Arbeit so gut, dass jeder sich darauf verlasse, dass ohnehin alles läuft, konterte der 1. Vorsitzende Hartmut Müller. Er war bereits am späteren Nachmittag in der warmen Stube des Hotels eingetroffen und hatte es gut. Denn eine halbe Stunde vor Beginn der Versammlung brach ein Unwetter los: Ein heftiger Sturm knickte Zäune um, Hagel peitschte Pflanzen und Tiere, Starkregen drang sogar in Wohnhäuser ein und Blitze leuchteten dieses Weltuntergangsszenario taghell aus. Da blieben viele lieber bei ihren Pferden. Die anderen begrüßte Müller mitfühlend: „Hat es bei euch auch geregnet?“ - „So viel Wasser hat es in Scharnebeck noch nie gegeben“ - oder: „Meine Seepferdchen machen jetzt Aquatraining“, lauteten die Antworten derjenigen, die durchkamen.

 

Immer etwas los …

Während sich also die ‚Seepferdchen’ beim unfreiwilligen Aquatraining für die kommende grüne Saison fit machten, saßen einige ihrer ‚Chefs’ im Trocknen, warfen ein paar Blicke zurück und schmiedeten Zukunftspläne. Viel Spaß hatten die Teilnehmer des ersten Osterausrittes des Vereins vor einem Jahr, auch wenn sich Reiter und Verpflegungswagen damals nicht wie verabredet trafen - man fand aber später zueinander. Jetzt freuen sich die Teilnehmer auf die zweite Ausgabe am nächsten Ostersamstag. In Neu Neetze geht es los, „da sind wir auch gleich im Wald“. Nach 10 Jahren habe man bereits eine gewisse Routine im Ausrichten von Turnieren. Genau wie auch das Wetter, denn mit schöner Regelmäßigkeit schütte es an einem der beiden Wettbewerbstage in Hittbergen, rekapitulierte Hartmut Müller in seinem Jahresbericht (der Verein hat fast jeden Monat etwas zu bieten). Zur Feier des 10-Jährigen hatte man unglaublich viel Spaß mit den ‚Irish Bastards’, Auf- und Umbauten von Platz und Bühne hatten ausgezeichnet geklappt - vielen Dank an die Helfer. Es hätten mehr Gäste sein können, aber mangels ‚Manpower’ blieb die Werbung etwas auf der Strecke. Auch die Zahl der Turnierstarts sei mit rund 1.100 eher im unteren Bereich angesiedelt gewesen (es waren einmal 1.700), ergänzte der 2. Vorsitzende Peter Rabeler, allerdings habe das auch zu einem entspannten Turnierablauf geführt, man sei nicht nur im Zeitplan geblieben, teilweise sei er sogar unterboten worden. Aber auch das muss nicht immer toll sein, so fanden die Dressurreiter nach ihrem Wettbewerb zur Siegerehrung einen schon fast leergefegten Hauptplatz vor. Beim diesjährigen Turnier am 24. und 25 Juli in Hittbergen soll als „pädagogische Maßnahme“ der Stress ehrgeiziger Eltern an der Meldestelle reduziert werden, indem die E-Dressur auf beide Turniertage aufgeteilt wird. Einen ganz besonderen Dank sprach Rabeler der Feuerwehr aus, die Gästen und Turnierveranstaltern immer wieder aus der Matsche half.

 

Ringreiten am mobilen Galgen

„Im Prinzip gut“, findet Hartmut Müller die ‚Elbmarsch-Classics’, ein gemeinsames Springturnier mit dem PSV Hitzacker und dem Reit- und Fahrverein Dahlenburg, auch wenn es bei der Umsetzung der dritten Ausgabe derzeit etwas hakelt. Das Finale ist für den 11. April in Garlstorf geplant, insgesamt können sich 30 Reiter qualifizieren.

Noch etwas mehr Resonanz wünschte Müller sich auch auf die hochkarätigen Springkurse mit Konrad Kugler (Trainer der griechischen Nationalmannschaft).

Trotzdem, lauter bestandene Steckenpferd- und Hufeisenprüfungen sowie vergebene Abzeichen sprechen bereits für eine gute Ausbildung an der Basis. Die lässt der Verein im Winter auch regelmäßig den rohen Pferden angedeihen. Jedes Jahr werden bis zu 12 Remonten an Sattel und Reiter gewöhnt. In diesem Jahr waren es wegen der erschwerten Winterbedingungen etwas weniger (EP berichtete).

Endlich konnte sich der Verein einen ‚mobilen Galgen’ anschaffen, an den man beispielsweise Ringe hängen kann. Zum Einsatz kam er unter anderem beim Neujahrsspringen und bei der Präsentation anlässlich der 750-Jahrfeier in Garlstorf - „ach, da waren wir ja auch“. Gerade die Jüngeren hätten beim ‚Ringreiten’ einfach einen Heidenspaß, freute sich der 1. Vorsitzende über diese Investition in die Zukunft.

 

Noch mehr Zukunftsmusik ...

In Planung ist des Weiteren eine Reiter-Rallye, die in der Versammlung auf reges Interesse stieß und – man höre und staune – ein Musical. Man habe Florian Fiechtner „als Geisel genommen“ und schon einmal besprochen, welche Passagen aus seinem Elbe-Singspiel vom Reit- und Fahrverein umgesetzt und aufgeführt werden könnten. Es seien sogar schon stimmgewaltige Mitglieder gefunden worden. „Was, Musical mit Pferd?“ - „Natürlich mit Pferd und mit Kutsche“, erläuterte Müller, wohl wissend, dass seine eigenen Vierbeiner ihm bei diesem Vorhaben eher die Hinterhand zeigen würden. Und möglichst viele Kinder - auch ohne Pferd - sollen mitmachen, die Premiere ist für Dezember geplant.

Musical mit Gewieher - aber wir können auch etwas ohne Pferd, fiel Hartmut Müller gerade noch rechtzeitig ein: Nur mit dem Gewehr wurde ein Vereinsmeister ausgeschossen, Andres Hasse traf ins Schwarze, Fortsetzung folgt.

 

Schwarze Zahlen – einstimmige Wahlen

Eine positive Bilanz konnte Noch-Kassenwartin Andrea Kowalewski ziehen, man schreibt wieder schwarze Zahlen. Unter anderem hat eine ‚Durchforstung des Mitgliederbestands’ zu einer Erhöhung der Einnahmen geführt, Kurse konnten kostendeckend gestaltet werden, endlich wieder und trotz der 10-Jahresfeier blieb ein kleines Plus in der Kasse. Ein Wehrmutstropfen: Andrea Kowalewski steht für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung, sie will sich neben ihrem Beruf verstärkt der ‚Richterei’ im Pferdesport widmen. „Mit Dir ist es aufwärts gegangen, nicht nur in der Kasse, auch in der Meldestelle“, bedankte sich Hartmut Müller.

Er selbst stellte sich unter Leitung von Peter Rabeler wieder zur Wahl - einstimmig das Ergebnis. „Noch macht es mir viel, sehr viel Spaß“, nahm Müller die Aufgabe für weitere zwei Jahre an. Zur neuen Kassenwartin wurde auf Vorschlag des Vorstands Martina Rückmann einstimmig bei einer Enthaltung gewählt, en bloc bestimmte die Versammlung Eva Grenz zur Jugendwartin, ihre Vertretung übernimmt Andres Hasse sowie Julia Busse und Julia Pohlmann zu Sportwartin und Stellvertreterin.

Und weil das mit dem Wählen gerade so gut lief und aus der Versammlung der Wunsch nach einem Reiterball laut wurde, bestimmte man gleich noch einen vierköpfigen Festausschuss. Nun waren fast alle anwesenden Mitglieder auch mit einem Amt ausgestattet - ob doch etwas dran war an der Ahnung mit der ‚gefährlichen Tagesordnung’? –EP-Redaktion/sn-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue