Dahlenburg bald wieder im Ausnahmezustand

Bauingenieur Thomas Voss vom Ingenieurbüro für Wasserwirtschaft und Umwelttechnik (IWU) stellt in einer öffentlichen Bauausschusssitzung den dritten Bauabschnitt vor.
Dritter Bauabschnitt der Ortskernsanierung:
Dahlenburg bald wieder im Ausnahmezustand
Dahlenburg. In Dahlenburg wird wieder gebaut: Die 2006 begonnene Ortskernsanierung soll noch in diesem Jahr fortgesetzt werden. Vergangene Woche stellte der Projektleiter des betrauten Ingenieurbüros IWU, Thomas Voss, im Rahmen einer öffentlichen Bauausschusssitzung unter dem Vorsitz von Ingo Schulz im Gasthaus Kehrwieder den dritten Bauabschnitt vor. Das Interesse an der Baumaßnahme war wie erwartet groß, denn vielen Dahlenburgern stecken die Behinderungen im Zuge des letzten Bauabschnitts noch „in den Knochen“. Damals führten die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt zu monatelangen Behinderungen, Lärmbelästigungen und auch zu Gewinn-Einbußen bei den ortsansässigen Betrieben. „Auch bei dieser Maßnahme wird es zu Behinderungen kommen“, räumte Bauamtsleiter Michael Glüh von vornherein ein, „das lässt sich gar nicht vermeiden.
Allerdings können wir dieses Mal den Verkehr umleiten, die Baustelle kann auf der Gartenstraße und Mühlenstraße umfahren werden“. Dafür werde in der Mühlenstraße die Einbahnstraßenregelung vorübergehend aufgehoben und mehrere Ampeln installiert. Es werde auch Halte- und Parkverbote geben, damit der LKW- und Busverkehr ohne weitere Einschränkung fließen könne. „Es wird dieses Mal in jedem Falle besser laufen“, versuchte auch Projektleiter Voss die anwesenden Anwohner zu beruhigen, zum einen durch die genannten Umleitungen und durch die günstigere Jahreszeit.
Die Baumaßnahme umfasst den Bereich Lüneburger Straße von der Einmündung Bahnhofstraße bis zur Kreuzung Ringstraße/Johannisstraße. Auf einer Gesamtlänge von 375 Metern wird die Straße komplett saniert, einschließlich der Erneuerung des Regenwasser- und Schmutzwasserkanals. Es werden die gleichen Baumaterialien verwendet wie in den beiden ersten Bauabschnitten: Bei den Bürgersteigen und in den Parkbuchten wird sandfarbenes Klinkerpflaster verbaut, an den Granitborden und Häuserfassaden entlang wird das bewährte Natursteinpflaster verwendet. Die Bürgersteige, die in diesem Bereich meistens sehr eng sind, werden alle auf mindestens 1,50 verbreitert. Die Fahrbahnbreite wird 5,50 Meter an den Einengungen, 4,50 Meter betragen. Der Charakter des beruhigten Ortskerns wird durch den Wechsel von Asphalt auf Pflaster und Fahrbahnteiler mit Bäumen hervorgehoben werden.
„Der Wasserbeschaffungsverband teilte kürzlich mit, dass zwischen Gartenstraße und Johannisstraße auch die Trinkwasserleitungen erneuert werden“, gab Voss an die Bürger weiter. Die öffentliche Ausschreibung kann nun beginnen, mit dem Baubeginn rechnet Voss allerdings nicht vor Ende April. Als Bauzeit sind sieben bis acht Monate anvisiert. „Wird es wieder eine Firma sein, die nur einen Radlader zur Verfügung hat?“ - „Kann man der betrauten Firma nicht einfach einen Termin setzten?“, fragten besorgte Bürger in der Sitzung. „Leider hat die Kommune durch das Vergabegesetz wenig Einfluss auf die Wahl der Baufirma“, so Voss, „es muss öffentlich ausgeschrieben werden.“ Aber man könne einen Zeitrahmen vorgeben. Siebeneineinhalb Monate Bauzeit sei schon eng gesteckt, schneller sei die Maßnahme beim besten Willen nicht zu schaffen, erklärte der Projektleiter den Zuhörern. Man könne eben nur bestimmte Materialmengen in einer bestimmten Zeit verbauen und auch hier gelte, dass man den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun kann. Bei der Baumaßnahme werden auch die Einmündungsbereiche Bahnhof-, Garten-, Johannis- und Burgstraße saniert. „Es ist geplant, den schwierigen Bereich an der Einmündung Gartenstraße möglichst zu Beginn der Sommerferien zu erstellen“, informierte Voss die Ausschussmitgliedern und die anwesenden Bürger.
Über Bäume, Sitzbänke, Fahrradständer werde erst im Herbst entschieden, ergänzte Michael Glüh. Auf Anregung des Seniorenbeirats werde es auch einige behindertengerechte Bänke geben, ergänzte der Bauamtsleiter. In der Einwohnerfragestunde, in der ausnahmsweise auch Fragen zur Tagesordnung zugelassen waren, wurde nachgehakt: In der Gartenstraße herrsche seit langem ein Chaos wegen des starken LKW-Verkehrs zur Molda. Welche Pläne hat die Gemeinde, damit es dort irgendwann zu einer Beruhigung kommt? Und warum bliebe die Gemeinde bis jetzt untätig? Wann komme endlich eine Umgehung bzw. rückwärtige Abfahrt für die LKWs der Molda. „Darauf haben wir gar keinen Einfluss“, erklärte SG-Bürgermeister Joachim Dassinger, „entweder die Molda macht es oder keiner.“ Die Gemeinde habe alle nötigen Voraussetzungen geschaffen. Der Geschäftsführer der Molda habe vor kurzem auf Anfrage mitgeteilt, dass die rückwärtige Abfahrt noch in diesem Jahr in Angriff genommen werde, fügte Michael Glüh hinzu. „Was unternimmt die Gemeinde, um die Straßenschäden in der Gartenstraße zu beheben?“ Nach dem Frost seien die Löcher noch schlimmer geworden und mit der Baumaßnahme werde es nicht besser werden. Und wann werde sich die Gemeinde die beschädigten Häuser ansehen? So die Fragen eines anderen Bürgers. „Wir haben uns die Häuser bereits angesehen“, berichtete Michael Glüh, „und die Löcher im Asphalt werden erst einmal geflickt.“ Allerdings gebe es nach dem Winter viele Löcher in der Gemeinde zu verfüllen. Nach der Aussprache über die Baumaßnahme gab der Ausschuss ein einstimmiges Votum ab. –EP-Redaktion/swr-
