17.02.2011

Zauberhafte Klänge mit Cymbal und Klavier

Bleckede. Es wurde nicht zu viel versprochen: Das Konzert mit der Cymbal-Spielerin Irina Shilina und dem Pianisten Hans Josef Winkler war wirklich etwas ganz Besonderes! Die aus Weißrussland stammende Musikerin spielte auf Einladung des Kultur- und Heimatkreises Bleckede im leider nur mäßig besetzten Schlosssaal (vermutlich sind viele wegen der erneuten Schneevorhersagen vorsichtshalber zu Hause geblieben). Das Cymbal, auch als Cymbalo oder Hackbrett bekannt, stammt ursprünglich aus dem Orient. In Weißrussland, wo das Cymbal als traditionelles Instrument gilt, hat es schon längst Einzug in die Musikhochschulen und Konzertsäle genommen. „Leider gibt es Originalkompositionen für Cymbal erst seit etwa siebzig Jahren“, erklärte die Musikerin. Daher präsentierte das Duo an diesem Abend vorwiegend Transkriptionen. Das überaus vielfältige Programm, mit dem Shilina die Klangvielfalt ihres besonderen Instrument vorstellte, umfasste Musik aus fünf Jahrhunderten, von Vivaldis „Sommer“ aus den „Vierjahreszeiten“ über Musik der Romantik von Chopin, Liszt und Rachmaninoff bis hin zur Folklore und Jazz. Wer hätte geahnt, dass all dies mit einer derartigen Instrumentenkombination möglich ist? Hier waren aber auch zwei großartige Musiker am Werk. Irina Shilina, die übrigens seit ihrem fünften Lebensjahr Cymbal spielt, riss das Publikum mit ihrem mitunter atemberaubend schnellen Spiel mit. Temperamentvoll und mit absolutem Feingefühl schlägt sie mit den beiden Klöppeln auf die Saiten, dann wieder zupft und streicht sie zart mit eleganten Handbewegungen darüber. Shilina ist zweifellos eine Virtuosin auf ihrem Instrument und sie genießt es, zu spielen.

Der Pianist Hans Josef Winkler, mit dem Shilina schon lange zusammen spielt und konzertiert, erweist sich mit seinem einfühlsamen Spiel als idealer Begleiter, der Tempo und Lautstärke des Klaviers gut zu dosieren weiß. Winkler ist nicht nur Pianist, sondern komponiert auch. Er hat sogar ein Werk für Cymbal und Klavier geschrieben - ein Jahreszeiten-Märchen“ -, welches das Duo vorstellte. Ein heiteres Musikstück, das von einem Prinzen und einer Prinzessin handelt. Der vierte Satz, der überschrieben ist mit „ Die Prinzessin schmollt, weil der Prinz nicht so will wie sie“, ließ die Zuhörer schmunzeln. Das zuvor noch heiter klingende Stück wurde mit einem Mal dissonant und Shilina entlockte dem Cymbal beißende Klänge, indem sie mit dem Stimmschlüssel über die Saiten fuhr. Der weiche, manchmal zärtliche Klang des Cymbals kam aber besonders gut zur Geltung in gefühlvollen Stücken, wie der „Romanze“ von Rachmaninoff und der „Ungarischen Rhapsodie“ von Franz Liszt oder in der „Russischen Romanze“ (einem Folklorestück). Im zweiten Teil des Konzertes erklang schillernde Musik aus Jazz, Tango und Klezmer. Nach einer Fantasie über Melodien aus „Porgy and Bess“ war das Publikum dann restlos begeistert. Das sympathische Duo verabschiedete sich von seinem Publikum mit zwei Zugaben. –EZ-Redaktion/swr-

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