27.07.2010

Hommage à Gerhard Fietz

Göddingen. Er zählte zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit und ist ein in internationalen Kunstkreisen hoch angesehener Maler: Gerhard Fietz (1910-1997). Am 25. Juli dieses Jahres wäre Gerhard Fietz 100 Jahre alt geworden. Sein in seinen letzten Lebensjahren manchmal geäußerter Wunsch, malen zu können bis er 120 ist, wurde nicht erfüllt. Er starb am 4. März 1997 in Göddingen (Bleckede), nachdem er kurz zuvor seine letzten Pinselstriche in seinem Atelier gemacht hatte. „Er musste malen, malen war für ihn wie atmen“, sagte die Witwe Anne Fietz, die den Nachlass ihres Mannes hervorragend verwaltet, indem sie ihr Wohnhaus mit einem eigens gegründeten Verein (1999), dem „Freundkreis Gerhard Fietz“, zu einem weit über die Region bekannten Ausstellungshaus umgestaltete. Anlässlich des 100. Geburtstages des Künstlers zeigt das Gerhard-Fietz-Haus nun vom 31. Juli bis 31. Oktober 2010 eine Retrospektive über Gerhard Fietz’ Lebenswerk. Die Räume des Ausstellungshauses, das seit 1980 Wohnhaus und zugleich Atelier des Malers und seiner Familie war, wurde für die aktuelle Ausstellung mit Arbeiten der verschiedenen Schaffensphasen von Gerhard Fietz bestückt, vom Frühwerk bis zu seinen letzten Bildern. Beginnend mit den während seines Kriegsdienstes an der Ostfront entstandenen „Russlandzeichnungen“, seine Schritte in die Abstraktion mit Bildern aus der Zeit zwischen 1946 bis 1957, in die auch die Gründung der Gruppe ZEN 49 im Jahre 1950 fällt, dann die „Akademie-Phase“ mit mehreren geometrischen Arbeiten aus der Zeit von 1957 bis 1975, als Gerhard Fietz Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin war, und schließlich sein Spätwerk aus den Jahren 1988 bis 1997. „In diesen Jahren ist er in Farbe und Format geradezu explodiert“, sagt Anne Fietz über diese letzte Werksphase ihres Mannes. In der Ausstellung werden zwei Bilder erstmals öffentlich im Gerhard-Fietz-Haus präsentiert, die Gerhard Fietz kurz nach dem Krieg nach der Vorlage seiner Russlandzeichnungen gemalt hatte. Tipp: Am 2. Oktober, 17 Uhr liest der ehemalige Chefdramaturg des Lüneburger Theaters, Achim Köweker, aus den Tagebüchern des Künstlers. Die Ausstellung ist zu sehen: samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr und nach telefonischer Absprache unter Tel.: 05854-1013. –EP-Redaktion/swr-

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