09.03.2010

Massenhaftes Koi–Sterben im Landkreis

So wie Carsten Daasch mussten viele Koi-Besitzer nach dem langen Winter herbe Verluste einstecken

So wie Carsten Daasch mussten viele Koi-Besitzer nach dem langen Winter herbe Verluste einstecken

Lkr. Lüneburg. Es ist der Albtraum jedes Teichbesitzers: Nach und nach verschwindet die dicke Eisdecke auf dem Wasser und zum Vorschein kommen lauter tiefgefrorene Koi-Kadaver.

Im Landkreis Lüneburg ist dieser Anblick derzeit keine Seltenheit. Die Freunde der bunten Karpfen müssen nach dem langen Winter große Verluste einstecken. So wie Carsten Daasch aus Neetze. Er hält seit über 10 Jahren die wertvollen japanischen Fische in seinem Gartenteich, zusammen mit einigen Goldfischen. Nun hat er innerhalb der letzten 8 Wochen 11 Kois verloren, so viele wie noch nie zuvor. „Der eine war knapp 6 Kilogramm schwer. Für solche kann man schon locker 500 Euro ausgeben“, berichtet Daasch. Ein befreundeter Koi-Besitzer habe ebenfalls einen Verlust von 10 Farbkarpfen zu beklagen.

Auch der Koi-Händler und -Spezialist Jörg Hagenow aus Lentenau kennt einige betroffene Kunden. Er sieht die Ursache des Massensterbens vor allem in der Konstruktion der Teiche, die meistens viel zu flach für die deutschen klimatischen Verhältnisse seien, und in der extrem kalten Jahreszeit. „Der Winter ist tückisch. Wenn sich auf dem Teich eine geschlossene Eisdecke bildet, dann können die durch absterbende Pflanzen und Blätter im Wasser entstehenden Faulgase nicht mehr entweichen und vergiften dann die Fische“, erklärt Hagenow. Deswegen sei es um so wichtiger, vor dem Winter immer die richtigen Schutzmaßnahmen zu treffen, in dem man den Teich von organischen Stoffen reinigt und mit einer Isolierfolie abdeckt. „Man kann auch so genannte Teichbälle benutzen, die als Vereisungsschutz dienen oder Zusatzheizungen, die das Wasser auf einer Temperatur von 4 - 6 Grad halten“ , verrät der Profi. Letztendlich trage vor allem der Koi-Besitzer selbst die größte Schuld, wenn er nicht die nötigen Maßnahmen getroffen habe. „Die Leute denken nicht daran, eine Folie oder sonstiges zu benutzen, schließlich ist es ja jahrelang gut gegangen. Aber wenn dann was passiert, ist es zu spät. Manche müssen erst in ein großes Loch fallen, um daraus zu lernen“, so Hagenow.

Dieser Fall müsste für einige ziemlich schmerzhaft gewesen sein, denn die meisten Koi-Besitzer bauen oft eine innige Beziehung zu ihren Fischen, die auch sehr zutraulich werden können, auf. –EP-Redaktion/cb-

Elbmarsch-Post, die unabhängige regionale Zeitung
28.07.2010
Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue